Lewandowski bestätigt: Barça wollte, dass ich keine Tore schieße

34
5553
Foto: Alex Caparros/Getty Images

Robert Lewandowski bestätigt, dass der FC Barcelona ihn einst darum bat, in LaLiga keine weiteren Tore zu erzielen. Der Pole erklärt den Hintergrund. Ob er gerade seine letzte Saison bei den Katalanen verbringt, ist nach seiner Aussage offen.

Barça wollte weitere Zahlung an FC Bayern verhindern

Stürmer sind geboren, um zu treffen. Egal, wo. Egal, wann. Ob im Training, ob in Testspielen, ob in Pflichtspielen. In welchem Wettbewerb auch immer. Robert Lewandowski wurde einst gebeten, bestenfalls keine weiteren Tore zu erzielen – aber nicht etwa von einem Gegner, sondern sogar vom eigenen Verein. Ungewöhnlich!

Der 37 Jahre alte Pole hat jetzt in einem Interview auf dem YouTube-Kanal Rymanowski Live bestätigt, was in der von Sebastian Staszewski verfassten Biografie „Lewandowski. Prawdziwy“ geschrieben steht: Barça hoffte darauf, dass er in LaLiga nicht die 25-Tore-Marke knackt, um so nicht zusätzliche 2,5 Millionen Euro an den FC Bayern München überweisen zu müssen.

Lewandowski: „Man wusste, dass Barcelona auf jeden Euro schaut“

Lewandowski stand zwei Spieltage vor dem Ende der Saison in der Primera División bei 23 Erfolgserlebnissen – und dabei blieb es dann auch. Das reichte auch für die Auszeichnung zum Torschützenkönig.

Die Nummer 9 der Blaugrana erklärte dazu nun: „Ich respektiere den FC Barcelona sehr und war mir um die Situation des Klubs bewusst. Es ging um eine Prämie und in dem Moment wusste man, dass Barcelona auf jeden Euro schaut. Und es war nicht wenig Geld, während sich für mich nichts änderte. Ich habe kein Problem damit, aber es ging mir nicht aus dem Kopf und ich fragte mich, ob ich treffen soll oder nicht.“

„Weiß nicht, welchen Weg ich einschlagen soll“

Seit dem Sommer 2022 steht der Angreifer bei Barça unter Vertrag, dabei kommt er bislang auf 109 Treffer in 165 Pflichtspielen. Eine Ausbeute, die er womöglich nur noch in der laufenden Saison ausbauen kann. Sein Arbeitspapier läuft aus, eine Trennung ist denkbar.

Was sagt Lewandowski selbst zu seiner offenen Zukunft? „Ich rede nicht mit dem Trainer über das potentielle Interesse anderer Klubs. Es geht auch nicht darum, mein Gehalt um die Hälfte zu senken. Die Entscheidung wird davon abhängen, was der Klub will und was ich für am besten halte. Es ist noch Zeit, um zu entscheiden. Ich verspüre keinen Druck und weiß im Moment auch nicht, welchen Weg ich einschlagen soll“, so der Routinier.

Vertrag läuft aus: Lewandowski spricht über seine Zukunft bei Barça

34 Kommentare

    • Man sollte sich nichts vormachen: 2,42 Mrd. € Verbindlichkeiten und davon 654 Mio. kurzfristig sind keine Randnotiz, sondern ein echtes Risiko. Dass Laporta ständig auf die „Nettoschulden“ verweist, blendet diesen Punkt bewusst aus. Für die Liquidität zählt nicht, was theoretisch gegengerechnet werden kann, sondern was tatsächlich fällig ist.

      Ja, die Einnahmen steigen und die Struktur ist stabiler als vor ein paar Jahren – aber das ändert nichts daran, dass der Club weiterhin stark auf zukünftige Einnahmen angewiesen ist, um heutige Verpflichtungen zu bedienen. Das ist keine komfortable Position, sondern ein Balanceakt.

      Man kann Fortschritte anerkennen, ohne die Lage schönzureden. Stabilisiert heißt nicht gesund – und genau da steht Barça aktuell.

    • Die 335 Mio. € sind kein „Gehalt für das Management“, sondern ein Sammelposten für operative Kosten im Budget. Darin stecken u. a. Verwaltung, IT, Marketing, externe Dienstleistungen, Infrastruktur, Abschreibungen und Personal außerhalb des Spielerkaders.

      Das ist also kein Bonus-Topf für Funktionäre, sondern ein breiter Kostenblock eines sehr großen Unternehmens. Trotzdem: Die Höhe ist auffällig und zeigt, wie aufgebläht die Struktur inzwischen ist. Andere Topklubs kommen mit deutlich schlankeren Verwaltungsapparaten aus.

      Kurz gesagt: Die Zahl ist real, aber sie bedeutet nicht, dass das Management 335 Mio. kassiert – sie zeigt vielmehr, wie teuer der gesamte Apparat geworden ist.

  1. klingt im 1. moment schockierend, aber wenn die pichichi tropähe bereits so gut wie fix war, ist es nachvollziehbar. hier wurde niemandem geschadet, außer den bayern, und das ist gut so. atletico hat mit griezmann was ähnliches gemacht: er durfte nur eine bestimmte anzahl an minuten spielen, weil sonst eine prämie an barca schlagend geworden wäre.

    • Stimmt

      Im Leihvertrag zwischen Atlético und dem FC Barcelona war festgelegt, dass Atlético eine feste Ablösesumme (berichtet wurden 40 Millionen Euro) zahlen müsste, falls Griezmann in mehr als 50 % der Spiele über 45 Minuten zum Einsatz käme. Um diese hohe Ablösesumme zu umgehen, wies Trainer Diego Simeone Griezmann in den meisten Spielen erst nach der 60. Minute ein, oft in der 62. Minute oder später, wodurch die 45-Minuten-Marke unterschritten wurde.
      Und so bekam FC Barcelona zum Schluss nur 20 Millionen Euro.

  2. Chelsea hat ja schon wieder verloren… vlt können die ja bisschen Kohle für ein Freundschaftsspiel rüberwachsen lassen… Laporta muss dafür nur die Jungs aus den Ferien zurückbeordern. Wäre doch ne Super Einnahme-quelle? Vor paar Jahren machte man am Ende der Saison ein Spiel, warum nicht inmitten einer? Wüsste nicht was dagegen spricht